Es ist etwa eine Stunde vor Mitternacht. Ich sitze am Rand eines afrikanischen Lehmhüttendorfes und warte gespannt auf die Vorstellung. Heute Abend ist noch Theater angesagt. Gut dass der Mond scheint, die einzige Beleuchtung für dieses Schauspiel. So kann ich sehen, wie sich einige der angehenden Teenies für ihren Auftritt vorbereiten... Und dann kommt ein Theaterstück, direkt aus dem Alltag der Dorfbewohner gegriffen. Die Kinder spielen mit Leidenschaft eine Familiensituation nach und haben währenddessen sichtlich ihren Spass. Und ich darf mit dabei sein. Ich hätte mir nicht träumen lassen, einmal so hautnah in das alltägliche Leben afrikanischer Dorfbewohner mit hinein genommen zu werden. Bevor ich mein Praktikum im Rahmen des Gemeindepädagogik-Studiums im Sommer begann, hatte ich den Wunsch mir Missionsarbeit anzusehen und dabei eine fremde Kultur kennen zu lernen. Durch die DMG vermittelt, kam ich auf diese Weise nach Ghana/ Westafrika. Unbequeme Nächte in LehmhüttenNach einer Woche Eingewöhnungszeit ging’s dann auf eine mehrtägige Reise durchs ganze Land. Ich besuchte Missionare vor Ort und konnte Einblick in ihre Arbeit bekommen. Und dann kamen wir in Tamale an, der größten Stadt im Norden des Landes. Von hier aus fuhr ich zu verschiedenen Einsätzen in die umliegenden Dörfer mit. Dabei hatte ich auch mehrmals die abenteuerliche Gelegenheit, in einer dieser typisch afrikanischen Lehmhütten zu schlafen. Allerdings ist so eine Nacht alles andere als romantisch. „Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du eine Macht bereitet...“Die Einsätze bestanden darin, mit den Dorfbewohnern, meist Kindern, Gottesdienst zu halten. Dabei beeindruckte mich besonders, in welcher leidenschaftlichen Weise einige dieser Kinder Gottesdienst feierten, Gott lobten und tanzten. „Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du eine Macht bereitet, um deiner Feinde willen…“ (Psalm 8.3) Ich wusste, dass dieser Vers irgendwo in der Bibel steht, doch was er bedeutet, darüber hatte ich noch nie intensiv nachgedacht. Als ich diese Kinder Gott loben sah, begann ich etwas davon zu ahnen, was dieser Vers tatsächlich meint. Auch wenn sie manches aus der Bibel vermutlich noch nicht verstehen, haben sie wohl das Wesentliche schon mit ihrem Herzen erfasst. Dankbarer RückblickWenn ich zurückblicke, bin ich dankbar für die Gelegenheit in Ghana gewesen zu sein, auch wenn die Zeit insgesamt nicht ganz einfach war und mein bisheriges Ziel, einmal in die Mission zu gehen, in Frage gestellt wurde. So bleiben für mich doch manche eindrücklichen Erlebnisse und Erinnerungen an diese 8 Wochen Praktikum. Alles in allem bin ich Gott sehr dankbar für alle Bewahrungen und die interessante und lehrreiche Zeit! Zur Person |