"Was ist dir Jesus Christus wert?" - mit dieser Frage konfrontiert der Missionar die Studenten und Dozenten in der Chrischona-Kirche. Für Muslime rüttelt diese Frage an ihrer Existenz. Ein Beispiel: Bekehrt sich ein Muslim, so verliert er im Normalfall seine Frau. Denn nach arabischem Recht kann eine Ehe im Nachhinein für ungültig erklärt werden, wenn einer der Partner Muslim, der andere aber Nicht-Muslim ist. "Einem Ehepaar erging es so," erzählt der Missionar. Die Frau musste wieder in das Haus ihrer Eltern einziehen, wollte jedoch zu ihrem Mann zurückkehren. Nach viel Streit willigte ihr Vater ein - und stach sie auf dem Weg zu dem Mann nieder. "Lieber tötet ein Vater seine Tochter, als dass Schande über die Familie kommt." Ein anderer Bericht: Ein Freund des Missionars wurde mit einem Koffer voller Bibeln, darunter auch bebilderte Kinderbibeln, erwischt. Während dieser um sein Leben zitterte (Christen werden dort tagtäglich entführt), stellte sich heraus, dass der Beamte, der sich um seinen Fall kümmerte, vor etlichen Jahren durch ebenso eine Kinderbibel zum Glauben gekommen war. "Nun hatten wir einen Bruder auf einem wichtigen Posten." Eine freudige Nachricht. Etwa ein Jahr später hat dieser Mann seiner Familie von seinem neuen Glauben erzählt, denn er wollte ihnen die Chance geben, ebenfalls Jesus kennen zu lernen - und wurde von seinen eigenen Brüdern umgebracht. Seit 21 Jahren lebt er schon in den Ländern des Nahen Ostens, um die Botschaft Christi in alle Welt hinauszutragen. In der islamischen Welt gibt es drei Prozent Christen, wovon nur eine kleine Minderheit evangelikal geprägt ist. "Das ist auch ein Segen. So können wir es uns nicht leisten, über Kleinigkeiten zu streiten." "Im Moment wird in der arabischen Welt Kirchengeschichte geschrieben!" - noch nie seien so viele Muslime zum Glauben an Jesus Christus gekommen wie in den letzten 15 Jahren. An Orten, an denen das Christentum verboten ist, werden die Lobpreislieder bei den Versammlungen geflüstert gesungen und die Bibeln werden zerschnitten, damit möglichst viele Geschwister das Wort Gottes lesen können. Sein Anliegen: "Dass viele in die arabische Welt kommen, um das Evangelium zu verkünden, denn nirgendwo wurde das so vernachlässigt wie dort. Ich bin nicht an den Ort berufen - aber ich bin einfach dorthin gegangen, wo die Not am größten ist. So wie Petrus." Und aus seinen Erzählungen hört man, dass die Arbeit gesegnet wird. In die fremde Kultur hineinzukommen sei erstaunlich leicht, erzählt er. Persönliche Beziehungen öffnen die Tür. "Ich gehe nicht zu einer Masse von Menschen, sondern ich gehe zu Ali und zu Mohammed." Einige finde er bereits als Christen vor - da heisse es dann nur, sie „einzusammeln", um die Gemeinde Christi zu vereinen und stark zu machen. Die tsc-Studenten sind beeindruckt: "Spannend! Mitreißend! Das ist ein Mann, dessen Herz lichterloh für Jesus brennt und die Begeisterung überspringen lässt!"
|