Dienstag, 17. November 2009
43 CTL-Absolventen feierten am Freitag, 13.11., auf St. Chrischona in festlichem Rahmen ihre Graduierung. Die frisch gebackenen Pastoren und Ausgebildete mit Bachelor und Masterabschlüssen werden in Gemeinden, Gemeindeverbänden und Mission zukünftig ihren Dienst zubringen. CTL steht für "christliche theologie lebensnah" und ist ein Verbund dreier theologischer Seminare. Dazu zählt das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc), das Theologische Seminar der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell sowie die Evangelische Hochschule Tabor in Marburg.
Moderne, das ist der Zweifel, so eine Aussage von Prof. Dr. Peter Wick, der den Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Bochum innehat. In seinem Festvortrag erinnerte er an René Descartes und an den grossen Pietisten Johann Arndt. Diese beiden Geistesströmungen, die des Rationalismus und des Pietismus, hätten dazu geführt, dass alles, was wichtig ist, nur der Seele diene oder nur das Innere zähle. Biblische Überlieferung hingegen, so der Redner und Theologe, halte dem etwas anderes entgegen: Schöpfung sei Tat, schöpferische Taten Bausteine des Schöpfungsauftrags. "Es gehört zu unserer Schöpfungswürde, etwas tun zu können." Schöpfung sei Körperlichkeit. Die ganze Schöpfung sei "body".
Als Repräsentantin der Universität Middlesex/England, der Universität, die mit dem Verbund die akademische Qualität sichert, sprach Prof. Dr. Margret House davon, dass diese eine hervorragende Reputation geniesse, die durch Evaluationsprozesse immer wieder überprüft würde. Hohe Standards in Lehre und Forschung, Partner in einem weltweiten Netzwerk liessen auf eine lange erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Sie adressierte deshalb die Absolventen: "Dieser Abschluss ist ein Meilenstein in Ihrem Leben! Die Welt braucht Menschen Ihres Kalibers!"
Dr. Horst Schaffenberger, Seminarleiter des tsc und CTL-Dekan bezeichnete seine Mitarbeiter und Dozenten als "Mitautoren der Erfolgsgeschichte der Auszubildenden". Er gebrauchte die Metapher des Kochs, der nun seine Lehre beendet, sich nun ans Werk mache und weiter an seiner Kochkunst arbeite. Er müsse sich immerfort der Frage stellen, wie einer "McDonalds-Generation Schwarzbrot schmackhaft gemacht werden könne".
Bernhard Ott, Leiter des mennonitischen Seminars Bienenberg, stellte den Absolventen die Frage: Wer bist du? Eine Frage, die viele an Johannes den Täufer gestellt hatten. Johannes habe gewusst, wer er nicht sei und habe seine Aufgabe gekannt. Er zeigte immer auf den, der kommen sollte, den Messias, Jesus Christus: "Ihr müsst nicht Messiasse sein, lasst euch von den Ansprüchen der Menschen nicht zu überrissenen Vorstellungen hinreissen. Lasst euch nicht zu Heilsbringern stilisieren!"
Dorothea Gebauer