Theologisches Seminar St. Chrischona

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Diplomarbeiten 2009

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Unsere Studenten erarbeiten gegen Ende ihrer Studienzeit eine Diplomarbeit im Umfang von ca. 40 Seiten. Sich in ein Thema so richtig vertiefen, Zeit haben neue Entdeckungen zu machen, Freude am selbständigen Erforschen eines eigenen Interessegebietes, das sind einige Motive, die unsere Studenten dazu veranlassen über Monate hinweg dran zu bleiben. Die Resultate lassen sich sehen. Eine Auswahl kann nun hier auf unserer Homepage eingesehen und sogar runtergeladen werden. Wir freuen uns, wenn viele Freunde von St. Chrischona durch diese Arbeiten gesegnet werden. Die vorgestellten Texte behandeln interessante biblischtheologische, ethische und kirchengeschichtliche Themen.
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Michael Büschlen, Eschatologie und Ethik

Michael Büschlen
Nach meiner Ausbildung zum Metallbauzeichner arbeitete ich einige Jahre in Affoltern am Albis als Projektleiter im Fassadenbau. Von 2005 bis 2009 studierte ich am Theologischen Seminar St. Chrischona. Im Herbst 2009 werde ich Mahela Nyffenegger heiraten und wir werden dann im Auftrag der »Gemeinde für Christus« für einen dreijährigen Missionseinsatz nach Ghana gehen.

Zusammenfassung der Diplomarbeit
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwiefern biblische Eschatologie und christliche Ethik in Zusammenhang gebracht werden können und welche Konsequenzen sich daraus für Inhalt, Motivierung und Verwirklichung der Ethik ergeben. Die Arbeit setzt ein mit einer Entfaltung des durch Menschwerdung, Person und Werk Jesu eröffneten heilsgeschichtlichen Rahmens der Fragestellung. In einem weiteren Schritt wird dann der durch diesen Rahmen ermöglichten eschatologische Charakter des neuen Lebens dargestellt. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen werden in einem dritten Schritt auf die Frage nach der christlichen Weltverantwortung angewandt. Weil dem sittlichen Handeln des Christen das Neuwerden und Sein in Christus vorausgeht, kann christliche Ethik nicht Mittel sein, um das Heil oder ein Tugendideal zu erreichen. Vielmehr ist zu erkennen, dass die neue Kreatur ihre ethische Kraft allein aus der pneumatischen Verbundenheit mit dem Auferstandenen schöpft. Daraus ergibt sich die Einsicht, dass die christliche Ethik Erweis des neuen Seins, und somit als Ethik der Entsprechung des gegenwärtigen eschatologischen Heils zu bezeichnen ist. Christliche Ethik ist daher nur vor dem eschatologischen Horizont zu verstehen; er ist nötig, um Sinn und Ziel der Ethik erkenntlich zu machen. Die Lehre von den letzten Dingen hat für die christliche Lebensführung eine doppelte Aufgabe: Sie verweist auf die Vorläufigkeit und Begrenztheit der Gegenwart und übt so eine korrektive Funktion gegenüber enthusiastischen Fehlhaltungen aus. Sie verweist aber auch auf die zukünftige Vollendung und hat so eine konstruktive Funktion gegenüber Resignation und Hoffnungslosigkeit und ist deshalb massgebend für das Gegenwartsverständnis: Die eschatologische Perspektive qualifiziert die Gegenwart als Zeit, in der sich das von Gott geschenkte neue Sein unter der Herrschaft des Geistes, orientiert an den Massstäben der Vollendung, manifestiert.

#70363

Debora Schmuki, Die Chancen und Grenzen der Integration von Missionarskindern in die Schweizer Kultur (Deutschschweiz)

Debora Schmuki, Jahrgang 1980
Geboren in Kanada, aufgewachsen in Asien, lernte ich in der Schweiz Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin. Darauf arbeitete ich fast fünf Jahre im Spital Bülach als Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin. Im Rahmen der Ausbildung zum Bachelor of Arts in Christian Education auf Chrischona, schrieb ich diese Arbeit zum Thema der „Chancen und Grenzen der Integration von Missionarskinder in die Schweizer Kultur“. Seit Juli bin ich verheiratet mit Adrian Moser und arbeite als Jugendarbeiterin in der ref. Kirche Hettlingen.

Zusammenfassung der Diplomarbeit
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Thema „Die Chancen und Grenzen der Integration von Missionarskindern (MK) in die Schweizer Kultur (Deutschschweiz)“. Anfänglich lege ich anhand der interkulturellen Pädagogik dar, dass MKs viele Fremdheitserfahrungen machen und fast täglich mit interkulturellen Aspekten konfrontiert sind. Anhand des Eisbergmodells und der kollektiven und individualistischen Kultur wird die Problematik von Kulturen aufgezeigt. Was eine Kultur ausmacht, ist oft nicht im Bewusstsein verankert, sondern im Unterbewusstsein, daher lässt sich die eigene Kultur oft nur schwer erkennen. Tägliches Handeln innerhalb eines sozialen Raumes verstärkt Denk- und Handlungsweisen fortlaufend. Da MKs von einem Ort zum nächsten umziehen, erleben sie das „kulturelle Gleichgewicht“ – das fast unbewusste Wissen, wie Dinge in einer bestimmten Gemeinschaft sind und laufen – nicht. Sie leben in der ständigen Auseinandersetzung, welcher der ihnen vertrauten Kulturelemente sie sich bedienen sollen. Es gibt unterschiedliche Formen der Integration. Die Schweiz bietet diesbezüglich Auslandschweizerkindern Unterstützung an. Die wechselnden Umstände, in denen MKs aufwachsen, prägen sie mit besonderen Merkmalen. Das einmal begonnene Leben im Ausland hat lebenslange Auswirkungen. Das Zurückkommen in die Schweiz ist einer der schwierigsten Übergänge überhaupt. Die Schweizer erwarten, dass das MK die gleiche Denkweise hat wie sie selbst und auch das MK geht von dieser Annahme aus. Oft ist es im Gegensatz zu einem Ausländer ein „heimlicher Einwanderer“ und unterscheidet sich damit in seiner Weltsicht und den Lebenserfahrungen von Gleichaltrigen der Heimatkultur. Um den Übergang in die Schweiz glimpflich zu gestalten, ist ein guter Abschluss auf dem Missionsfeld von Vorteil. Eine gesunde Familienkultur und starke Beziehungen unterstützen diesen Prozess. Gemeinde, Schulen, Missionsgesellschaften und besonders Gespräche können dabei eine Hilfe sein. Wiedereingliederungshilfen sind niemals vollkommen, eine Kombination der zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten ist am sinnvollsten. MK assimilieren sich selten an eine Kultur. Ihnen eine konstruktive Marginalität und das Beibehalten ihrer multikulturellen Identität zuzugestehen, ist oft eine Erleichterung für sie. Im Innersten brauchen die MKs eine Perspektive von Gott, der die Herrschaft über ihr Leben hat.